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Allgemeine Informationen zur Bodenseezulassung (BSO, BSO2)

Das Schifffahrtsamt Konstanz hat uns freundlicherweise interessante Informationen rund um die Bodenseezulassung zur Verfügung gestellt. Wir werden diese Inhalte in Zukunft stetig erweitern, um Ihnen notwendige Informationen noch besser und schneller präsentieren zu können.

I. SEGEL-, RUDERBOOTE OHNE MOTOR UND OHNE KOCH-, WOHN- ODER SANITÄRER EINRICHTUNG

Diese Boote sind ab einer Länge von 2,50 m registrierpflichtig. Nach förmlicher Antragstellung erhält der Eigner ein Kennzeichen zugeteilt, welches auf dem Boot angebracht werden muss (Min. 8 cm hohe Buchstaben, die sich vom Schiffsrumpf abheben müssen - hell/dunkel). Die Registrierung ist unbefristet gültig. Änderungen der Adresse, der Eigentumsverhältnisse oder die Entsorgung des Bootes sind dem Schifffahrtsamt unverzüglich mitzuteilen.
Ausgenommen von dieser Regelung sind Segelsurfbretter, Kanus, Kajaks und Rennruderboote. Diese Fahrzeuge müssen den Namen und die Anschrift des Eigentümers oder Verfügungsberechtigten tragen (wasserfest).

II. SEGEL- UND MOTORBOOTE MIT MASCHINENANTRIEB UND/ODER WOHN-, KOCH- ODER SANITÄRER EINRICHTUNG DIE BIS 1998 HERGESTELLT WURDEN

Boote mit Motor und/oder Wohn-, Koch- oder sanitärer Einrichtung unterliegen der Zulassungspflicht und sind vor Inbetriebnahme einem technischen Sachverständigen zur Untersuchung vorzuführen. Nach förmlicher Antragstellung wird von der zuständigen Behörde die Zulassungsfähigkeit überprüft (eine Liste mit den zulassungsfähigen Motoren erhalten Sie beim Schifffahrtsamt. Zum Thema Motoren siehe Punkt V. Abgasvorschriften für Schiffsmotoren). Der Eigner erhält dann einen Termin zur Bootsabnahme zugeteilt. Bei der Untersuchung ist festzustellen, ob das Fahrzeug den Vorschriften der BSO (Bodensee-Schifffahrts-Ordnung) entspricht. Werden die Vorschriften eingehalten, wird eine Zulassung für 3 Jahre erteilt. Boote sind betriebsklar im Wasser vorzuführen! Nicht zum Termin angemeldete Boote können nicht untersucht werden!

III. SEGEL- UND MOTORBOOTE MIT MASCHINENANTRIEB UND/ODER WOHN-, KOCH- ODER SANITÄRER EINRICHTUNG DIE NACH 1998 HERGESTELLT WURDEN (EU-SPORTBOOT-RICHTLINIE)

Boote die nach 1998 in Verkehr gebracht wurden und mit Motor und/oder Wohn-, Koch- oder sanitärer Einrichtung betrieben werden, unterliegen ebenfalls der Zulassungspflicht. Zusätzlich zum förmlichen Antrag (87,2 KiB) und einer Kopie des Abgastypenprüfzertifikates sind einzureichen:

  • Kopie der Konformitätserklärung (nach der EU-Sportboot-Richtlinie)
  • Kopie des Eignerhandbuches (deutsch)
  • Kopie der vom Bootsbauer bei der Herstellung angewandten harmonisierten ISO-Normen (falls vorhanden)
  • ggf. Bescheinigung vom Hersteller oder der Werft, dass das EU-Sportboot den Anforderungen der BSO entspricht.

WICHTIG: Aus den eingereichten Unterlagen müssen die technischen Daten (Länge, Breite, max. Motorisierung und Personenzahl) sowie die 14-stellige HIN (Hull-Identification-Number) ersichtlich sein.
Unvollständig eingereichte Unterlagen können nicht bearbeitet werden. Nach Prüfung der Unterlagen entscheidet das Amt, ob das Fahrzeug ohne erstmalige Vorführung zugelassen werden kann oder eine technische Abnahme erforderlich ist.
HINWEIS: Die oben genannten Unterlagen müssen Ihnen vom Hersteller beim Kauf bzw. bei der Übergabe des Bootes ausgehändigt werden. Sollten Sie diese Unterlagen nicht erhalten haben, können diese direkt vom Hersteller angefordert werden.
Wurde ein Boot nach der Richtlinie 94/25/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 16.06.1994 zertifiziert, so hat der Hersteller für dieses Boot eine Auslegungskategorie festgelegt. Als Bootseigner und Schiffsführer ist es wichtig zu wissen, was diese Auslegungskategorie für ihn und sein Boot bedeutet. In der Regel kann dies dem Eignerhandbuch entnommen werden. Aus Sicherheitsgründen hat das Schifffahrtsamt den Anhang I der Richtlinie 94/25/EG hier zusammengefasst. Bitte lesen Sie diese Information sorgfältig durch und informieren Sie Personen, die Ihr Boot ohne Ihr Beisein führen, über den Inhalt.

Auslegungskategorie Windstärke (Beaufort-Skala) Signifikante Wellenhöhe in Meter
A Hochsee größer 8 | größer 4
B Ausserhalb von Küstengewässern bis einschl. 8 | bis einschl. 4
C Küstennahe Gewässer bis einschl. 6 | bis einschl. 2
C Geschütze Gewässer bis einschl. 4 | bis einschl. 0,3

Begriffsbestimmungen:

A - Hochsee

Ausgelegt für ausgedehnte Fahrten, bei denen Wetterverhätnisse mit einer Windstärke über 8 Bft und signifikanten Wellenhöhen von 4 m auftreten können und die diese Boote weitgehend aus eigener Kraft bestehen können.

B - Außerhalb von Küstengewässern

Ausgelegt für Fahrten außerhalb von Küstengewässern, bei denen Wetterverhältnisse mit einer Windstärke bis einschließlich 8 Bft und Wellenhöhen bis einschließlich 4 m auftreten können.

C - Küstennahe Gewässer

Ausgelegt für Fahrten in küstennahen Gewässern, große Buchten, Flußmündungen, Seen und Flüssen, bei denen Wetterverhältnisse mit einer Windstärke bis einschließlich 6 Bft und Wellenhöhen bis einschließlich 2 m auftreten können.

D - Geschützte Gewässer

Ausgelegt für Fahrten auf kleinen Seen, schmalen Flüssen und Kanälen, bei denen Wetterverhältnisse mit einer Windstärke bis einschließlich 4 Bft und signifikanten Wellenhöhen bis einschließlich 0,3 m auftreten können.

Boote der jeweiligen Kategorie müssen so ausgelegt und gebaut sein, dass sie der Beanspruchung nach diesen Parametern hinsichtlich Stabilität, Auftrieb und anderen einschlägigen grundlegenden Anforderungen gemäß Anhang I standhalten und dass sie eine gute Manövrierfähigkeit haben. Bitte beachten Sie, mit Rücksicht auf Ihre eigene Sicherheit, die Auslegungskategorie Ihres Bootes und entscheiden Sie rechtzeitig, ob Sie Ihren sicheren Liegeplatz verlassen bzw. anlaufen.

IV. NACHUNTERSUCHUNG VON BEREITS ZUGELASSENEN BOOTEN

Die Zulassung von Vergnügungsfahrzeugen erlischt nach 3 Jahren (das genaue Datum entnehmen Sie Ihrer Zulassungsurkunde). Soll die Zulassung aufrecht erhalten bleiben, muss das Boot nachuntersucht werden. Hierzu ist 3-4 Wochen vor dem gewünschten Termin eine telefonische Terminvereinbarung erforderlich. Das Boot ist betriebsklar im Wasser vorzuführen. Erscheint ein Eigner ohne vereinbarten Termin zur Bootsabnahme oder kann das Boot nicht im Wasser vorgeführt werden, muss der Sachverständige die Untersuchung ablehnen.
Motoren der Abgasstufe 1 und 2 (Abgastypenprüfung nach der BSO), müssen vor der Nachuntersuchung von einer amtlich anerkannten Fachwerkstatt überprüft werden. Bei dieser Prüfung sind alle abgasrelevanten Bauteile zu überprüfen. Bei Benzinmotoren ist zusätzlich eine Abgasnachmessung vorzunehmen. Über das Ergebnis ist ein Abgasprüfprotokoll anzufertigen, welches bei der Bootsabnahme vorzulegen ist. Eine Liste der anerkannten Fachwerkstätten kann beim Schifffahrtsamt angefordert werden.
Otto- und Dieselmotoren, die weder die Stufe 1 noch die Stufe 2 der Abgasvorschriften gemäß der Anlage C der BSO erfüllen, müssen anlässlich der regelmäßigen Nachuntersuchung einer Wartung unterzogen werden. Dies ist durch ein Wartungsprotokoll (42,8 KiB) nachzuweisen. Das Protokoll darf am Abnahmetag nicht älter als 6 Monate sein. Für unentschuldigtes Fernbleiben vom Abnahmetermin wird eine Gebühr in von 20,00 € fällig.

V. ABGASVORSCHRIFTEN FÜR SCHIFFSMOTOREN

Grundsätzlich muss jeder auf dem Bodensee neu zugelassene Motor die derzeit geltende Abgasstufe II besitzen. Zur Zulassung muss ein Abgastypenprüfzertifikat vorgelegt werden. Von dieser Vorschrift können gemäß Beschluss der Internationalen Schifffahrtskommission für den Bodensee vom 23.02.06 (Ergänzung vom 09. und 10 November) folgende Ausnahmen gemacht werden:

  • Ottomotoren bis einschließlich 74,0 kW müssen für die Neuzulassung oder deren Ersatz, entweder die Grenzwerte gemäß BSO Stufe 1, BSO Stufe 2 oder der EU-Sportbootrichtlinie (2003/44/EG) für 4-Taktmotoren erfüllen.
  • Bestehende 4-Takt-Benzin-Innenbordmotoren über 74, 0 kW können durch Motoren ersetzt werden, die zumindest die Abgasgrenzwerte der Stufe 1 der BSO erfüllen, wenn die Motorenleistung um nicht mehr als 10 % erhöht wird.

Die Abgasvorschriften gelten nicht nur für Neuzulassungen, sondern auch für Austauschmotoren!

VI. ÄNDERUNGEN

Eine bestehende Zulassung gilt immer für die Einheit: Schiffschale und Motor. Änderungen, z.B. ein neuer Motor sind dem Schifffahrtsamt unverzüglich mitzuteilen. Für Austauschmotoren gelten die gleichen Anforderungen wie unter Punkt V. beschrieben.

VII. UMSCHREIBUNG EINES BOOTES INNERHALB KONSTANZ

Änderungen der Eigentumsverhältnisse sind dem Schifffahrtsamt innerhalb von 14 Tagen mitzuteilen. Folgende Unterlagen sind hierzu erforderlich:

  • Antrag auf Umschreibung (ist vom neuen Eigner auszufüllen)
  • Gültige Zulassungsurkunde (bei abgelaufener Zulassung muss das Boot erst zur Untersuchung vorgeführt werden)
  • Kopie Kaufvertrag (Wichtig: Alle in der Urkunde eingetragenen Eigner müssen auch im Kaufvertrag aufgeführt sein und unterschrieben haben).

Der neue Eigner erhält dann eine neue Zulassungsurkunde wobei das bestehende Kennzeichen beibehalten wird.

VIII. UMSCHREIBUNG EINES BOOTES VON FN/LI/CH/A

Zusätzlich zu den unter Punkt VII. genannten Unterlagen ist für Boote aus der Schweiz noch ein entsprechender Verzollungsnachweis vorzulegen. Der neue Eigner erhält dann ein neues Kennzeichen. Eine Umschreibung ist auch erforderlich, wenn der gewöhnliche Standort des Bootes in den Bereich Konstanz verlegt wird (z. B. von Lindau nach Konstanz).

IX. EIGNERGEMEINSCHAFTEN

Es besteht die Möglichkeit Eignergemeinschaften zu bilden. Auf dem Antragsformular müssen hierzu die persönlichen Daten aller einzutragenden Eigner vermerkt werden. Alle Eigner müssen den Antrag unterschreiben. Die nachträgliche Eintragung einer Eignergemeinschaft ist möglich, sofern eine schriftliche Einverständniserklärung des bisher in der Zulassungsurkunde eingetragenen Eigners vorliegt und die persönlichen Daten (vollst. Name, Adresse, Geburtsdatum und -ort) der Miteigner vorgelegt werden.
Bitte beachten Sie jedoch, dass bei einer evtl. Veräußerung des Bootes alle in der Urkunde eingetragenen Eigner auch mit dem Verkauf einverstanden sein müssen.

X. FREMDE KENNZEICHEN

Bei Booten die bereits ein amtliches Kennzeichen zugeteilt bekommen haben (div. Schifffahrtsbehörden, ADAC, DSV o. ä.) kann dieses anerkannt werden. Bitte fügen Sie in diesem Fall eine Kopie des Nachweises dem Antrag auf Zulassung bei. Die persönlichen Daten, sowie die technischen Daten des Bootes müssen mit den Angaben im Antrag übereinstimmen.

XII. ERFORDERLICHE MINDESTAUSRÜSTUNG

  • Ankergeschirr
  • Leinen
  • Paddel, Riemen (sofern das Boot behelfsmäßig mit Ruder oder Paddel fortbewegt werden kann)
  • Mundsignalhorn
  • Signaltafel (akustische Signale)
  • Lenzeinrichtung
  • Notbeleuchtung (allseitig weiß) 360°
  • rote Notflagge

Die Anzahl der Rettungsringe (mit Wurfleine), Rettungswesten und Feuerlöscher (wenn erforderlich) richtet sich nach der Bootsart und -größe. Bei Fahrten muß für jede an Bord befindliche Person ein geeignetes Rettungsmittel mitgeführt werden. Weiterhin wird empfohlen: Bootshaken, Werkzeug, Kompass (lose oder fest), Verbandszeug, Bodenseeschifffahrtskarte. Zusätzlich für Fahrzeuge über 4,4 kW (6 PS):

  • Topplaterne (weiß 225º, 2,0 km sichtbar)
  • Seitenlaterne (grün 112,5º, 1,5 km sichtbar)
  • Seitenlaterne (rot 112,5º, 1,5 km sichtbar)
  • Hecklaterne (weiß 135º, 2,0 km sichtbar)